Stellungnahme der LipödemGesellschaft e.V. zum Antrag der Fraktion FDP „Das Krankheitsbild Lipödem aus der gesellschaftlichen Tabuzone holen – Aufklärung, Versorgung und Forschung stärken

Stellungnahme der LipödemGesellschaft e.V. zum Antrag der Fraktion FDP „Das Krankheitsbild Lipödem aus der gesellschaftlichen
Tabuzone holen – Aufklärung, Versorgung und Forschung stärken“
sowie zum Entschließungsantrag der Fraktion der SPD „Lipödem-Betroffene gezielt unterstützen:
Konkrete Handlungsempfehlungen für das Land NRW“ zur Anhörung im Ausschuss für Gesundheit des Landtages NRW am 19.06.2024

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Wissenschaftspreis 2024 der LipödemGesellschaft e.V.

Die LipödemGesellschaft e.V. schreibt zum zweiten Mal ihren Wissenschaftspreis für hervorragende Lipödem-Forschung aus. Der Preis ist mit insgesamt 8.000 Euro dotiert und wird in zwei Kategorien vergeben: für Forschungsprojekte, zu denen ein Fachartikel bereits erschienen ist und für Forschungsvorhaben, die in Planung sind. Für den Preis können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis zum 15.08.2024 bewerben Der Preis wird von der Human Med AGund der mocca:health GmbH & Co. KG unterstützt und bei der Jahrestagung der LipödemGesellschaft am 26.10.2024 in Flörsheim am Main verliehen.

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die durch eine Fettverteilungsstörung in den Armen und Beinen gekennzeichnet ist und zu starken Schmerzen führt. Betroffen sind ganz überwiegend Frauen, in Deutschland schätzungsweise vier Millionen. Über die Ursachen ist wenig bekannt, doch weil Lipödeme oft in der Pubertät, während oder nach einer Schwangerschaft und in den Wechseljahren auftreten, wird eine Veränderung des Hormonhaushalts als ein möglicher Auslöser vermutet. Es besteht großer Forschungsbedarf im Hinblick auf die Ursachen und die Behandlung von Lipödemen.

Der Wissenschaftspreis 2024 der LipödemGesellschaft soll die Aufmerksamkeit für die Lipödem-Forschung erhöhen und für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Anreiz bieten, sich diesem Forschungsthema zu widmen. In der 1. Kategorie können Forschungsprojekte, die in den vergangenen 36 Monaten in Fachjournalen angenommen und erschienen sind, eingereicht werden. Die 2. Kategorie ist auf Forschungsvorhaben ausgerichtet, die projektiert sind und für die das Preisgeld auch eingesetzt werden muss. Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bis zum 15.08.2024 unter info@lipoedem-gesellschaft.de bewerben.

Als Beurteilungskriterien werden entweder die durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Lipödem-Forschung oder die Qualität des geplanten Forschungsprojekts, sowie der wissenschaftliche Werdegang der Bewerberin oder des Bewerbers herangezogen, die von einer fachkundigen Jury renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewertet werden. Über die Aufteilung des Preisgeldes an die Gewinner in den Kategorien 1 und 2 entscheidet die Jury.

Wissenschaftspreis 2023 – hervorragende Arbeit von Frau Dr. Pamela Nono Nankam

Der Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft e.V. wurde als Auszeichnung für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Lipödem-Forschung oder als Förderung für exzellente geplante Forschungsvorhaben erstmalig im Oktober 2023 auf der Jahrestagung der LipödemGesellschaft e.V. mit freundlicher Unterstützung von HumanMed AG verliehen.

Frau Pamela A Nono Nankam überzeugte die Jury mit ihrer Wissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Mechanismen der Entstehung von Lipödem und klinischen Manifestationen“.

Frau Nono Nankam und ihr Team untersuchte dabei die Unterschiede in zirkulierenden Biomarker-Profilen zwischen Patienten mit Lipödem und übergewichtigen bzw. adipösen Personen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten mit Lipödem eine scheinbar verbesserte glykämische Kontrolle im Vergleich zur Adipositas aufweisen, aber höhere Konzentrationen von Gesamtund LDL-Cholesterin, ALAT sowie entzündlichen und oxidativen Stressparametern haben. Die Studie identifizierte keine einzelnen Parameter mit klinischer Relevanz für die Lipödem-Diagnose, schlug jedoch verschiedene entzündliche und oxidative Stress-Biomarker vor, die die Krankheit reflektieren könnten, da sie bei Lipödem im Vergleich zu Übergewicht und Adipositas unterschiedlich reguliert sind.

Die Forschungsergebnisse weisen auf einen möglichen Mechanismus hin, durch den erhöhte Entzündung und oxidativer Stress bei Patienten mit Lipödem zu einer beeinträchtigten Insulinsensitivität führen könnten. Interessanterweise zeigte die Studie auch eine verstärkte systemische pro-entzündliche Signatur bei Lipödem im Vergleich zur normalerweise milden Entzündung bei Adipositas. Darüber hinaus wiesen die Patienten mit Lipödem erhöhte Oxidationsschäden auf, was auf ein beschleunigtes Lipidperoxidationsniveau im Körperfettgewebe hindeuten könnte.

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Frau Pamela Nono Nankam gewinnt ersten Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft e.V.

Der Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft e.V. wurde als Auszeichnung für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Lipödem-Forschung oder als Förderung für exzellente geplante Forschungsvorhaben erstmalig im Oktober 2023 auf der Jahrestagung der LipödemGesellschaft e.V. mit freundlicher Unterstützung von HumanMed AG verliehen.

Frau Pamela A Nono Nankam überzeugte die Jury mit ihrer Wissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Mechanismen der Entstehung von Lipödem und klinischen Manifestationen“.

Frau Nono Nankam und ihr Team untersuchte dabei die Unterschiede in zirkulierenden Biomarker-Profilen zwischen Patienten mit Lipödem und übergewichtigen bzw. adipösen Personen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten mit Lipödem eine scheinbar verbesserte glykämische Kontrolle im Vergleich zur Adipositas aufweisen, aber höhere Konzentrationen von Gesamt- und LDL-Cholesterin, ALAT sowie entzündlichen und oxidativen Stressparametern haben. Die Studie identifizierte keine einzelnen Parameter mit klinischer Relevanz für die Lipödem-Diagnose, schlug jedoch verschiedene entzündliche und oxidative Stress-Biomarker vor, die die Krankheit reflektieren könnten, da sie bei Lipödem im Vergleich zu Übergewicht und Adipositas unterschiedlich reguliert sind.

Die Forschungsergebnisse weisen auf einen möglichen Mechanismus hin, durch den erhöhte Entzündung und oxidativer Stress bei Patienten mit Lipödem zu einer beeinträchtigten Insulinsensitivität führen könnten. Interessanterweise zeigte die Studie auch eine verstärkte systemische pro-entzündliche Signatur bei Lipödem im Vergleich zur normalerweise milden Entzündung bei Adipositas. Darüber hinaus wiesen die Patienten mit Lipödem erhöhte Oxidationsschäden auf, was auf ein beschleunigtes Lipidperoxidationsniveau im Körperfettgewebe hindeuten könnte.

Obwohl die Studie durch die geringe Anzahl von Patienten und andere Limitationen eingeschränkt war, sind die Ergebnisse bedeutend für das Verständnis der Lipödem-Pathophysiologie. Weitere Studien mit größeren Stichproben und umfassenderen metabolischen Messungen sind erforderlich, um die vorgeschlagenen Hypothesen zu validieren und die Rolle der untersuchten Biomarker bei der Entwicklung und dem Verlauf des Lipödems besser zu verstehen.

Der Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft wird auch im Jahr 2024 mit weiteren Unterstützern:Innen wieder verliehen werden. Weitere Informationen folgen zeitnah.

Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft e.V. – jetzt bewerben!

Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft e.V.

Der Wissenschaftspreis der LipödemGesellschaft wird mit freundlicher Unterstützung von HumanMed als Auszeichnung für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Lipödem-Forschung oder als Förderung für exzellente geplante Forschungsvorhaben erstmalig 2023 auf der Jahrestagung verliehen.

Mit dem Wissenschaftspreis, der dank Human Med in diesem Jahr erstmalig realisiert werden kann, sollen hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Lipödem-Forschung bzw. herausragende geplante Forschungsvorhaben unterstützt werden. Gleichzeitig soll damit ein Anreiz geschaffen werden, sich mehr dem Forschungsvorhaben rund um die chronische Erkrankung Lipödem zu widmen und diese zu fördern.

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bis zum 15.09.2023 unter info@lipoedem-gesellschaft.de bewerben. 

Als Beurteilungskriterien werden entweder die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Lipödem-Forschung oder die Qualität des geplanten Forschungsprojektes, sowie der wissenschaftliche Werdegang der Bewerberin bzw. des Bewerbers herangezogen, die von einer fachkundigen Jury renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewertet werden. Wir berücksichtigen auch Einreichungen von jungen Wissenschaftler:Innen, die noch nicht veröffentlicht haben.

Der Preis ist mit € 4000,- dotiert und wird anlässlich der Jahrestagung der LipödemGesellschaft vom 27.-28.10.2023 im Raum Frankfurt verliehen.

Eine Jury mit namenhaften Fachleuten wurde bereits gebildet.

Hier sind vertreten; Prof. Dr. Tobias Hirsch, Dr. Stefan Rapprich, Prof. Dr. Tobias Görge, PD Dr. Mojtaba Ghods, Priv.-Doz. Dr. Anja Boos

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LipödemGesellschaft e.V. begrüßt den politischen Antrag der Linken

Nachdem das Thema der Versorgung lipödemerkrankter Frauen ins zehnte Jahr politischer Diskussionen geht, begrüßt die LipödemGesellschaft den politischen Antrag der Linken zur Versorgung betroffener Frauen.

Wie bereits bekannt, wird die Versorgung der chronische Erkrankung Lipödem, unter der nach Hochrechnungen knapp 4 Millionen Frauen leiden, seit Jahren politisch unzureichend fokussiert.

Die Bundesregierung selbst hat in der Beantwortung der kleinen Anfrage der Linken zugegeben, dass „die Alternative, der nicht zeigerechten Durchführung (hinsichtlich der gesamten Verfahrensdauer) in Betracht käme.

Mit Antrag der Patientenvertretung aus März 2014 sind bis zum heutigen Tage die Stadien I + II mangelhaft versorgt. Im Rahmen der Übergangslösung zeichnen sich auch für die Stadium III betroffenen Frauen und Kliniken große Problemlagen ab, so dass aktuell in der Summe nur wenige Frauen eine operative Behandlung der Schmerzen erfahren können.

Entsprechende Kritik gab es auch auf Seiten der Patientenvertretung.

Die LipödemGesellschaft e.V. begrüßt daher den Antrag und die Forderungen der Linken und verweist auf den Koalitionsvertrag mit dem entsprechenden Passus, dass Frauenrechte gestärkt werden und der eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung gewährleistet werden sollen.

Über die LipödemGesellschaft e.V.

Im Zuge der politischen Veränderungen in den vergangenen Monaten und Aktualisierung der
Lipödemversorgung haben wir am 1.1.2021 die LipödemGesellschaft e.V. gegründet. Es ist uns
ein Anliegen, die Bedürfnisse der Patienten und auch der Ärzte in einem interdisziplinären
Netzwerk zu vertreten und somit die Versorgung positiv zu beeinflussen.

Änderung im Vorstand – Wir sagen Danke

Magdalena Blüchert und Dr. Stephan Porten scheiden zum Ende des Jahres aus dem Vorstand der LipödemGesellschaft aus.
Beide haben durch ihr Engagement und Expertise geholfen, die LipödemGesellschaft aus der Taufe zu heben.

Nachdem wir uns nun mit fast 800 Mitgliedern etabliert haben, wollen sich beide neuen Aufgaben zuwenden.
Wir bedanken uns ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit im Vorstand und das Engagement für die LipödemGesellschaft!

Der Vorstand

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